Im Jahre 1996 wurde der Erste Österreichische Dachverband Legasthenie (EÖDL) gegründet.

Diese gemeinnützige Organisation hat sich seinerzeit die Unterstützung von Menschen mit Legasthenie, Dyskalkulie und anderen Lernproblemen zum Ziel gemacht.
Seit diesem Zeitpunkt wurde im Rahmen des EÖDLs aktiv unzähligen Menschen, die von einer Legasthenie/LRS oder Dyskalkulie/Rechenproblematik oder anderen Lernproblemen betroffen sind, mittels Aufklärung, Beratung und spezieller Förderung geholfen.
Den Grundstein dazu legte die wissenschaftliche Definition von mir, welche sich aus der Arbeit mit hunderten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Lernproblemen ergab:
„Ein legasthener/dyskalkuler Mensch, bei guter oder durchschnittlicher Intelligenz, nimmt seine Umwelt differenziert anders wahr, seine Aufmerksamkeit lässt, wenn er auf Symbole wie Buchstaben oder Zahlen trifft, nach, da er sie durch seine differenzierten Teilleistungen anders empfindet als nicht legasthene/dyskalkule Menschen. Dadurch ergeben sich Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens, Schreibens, und Rechnens.“
Diese Definition wurde 2005 erweitert:
„Legasthene und dyskalkule Menschen haben eine besondere Informationsverarbeitung und dadurch bedingt eine besondere Lernfähigkeit, welche an die pädagogisch-didaktische Interventionsebene hohe Anforderungen stellt.“
Die bis dahin für die Betroffenen verhängnisvolle Vorurteile, dass legasthene Menschen lediglich schwache, gestörte oder kranke Schüler sind, wurde damit ein für alle Mal richtiggestellt. Diese besonderen Menschen haben lediglich eine andere Art der Informationsverarbeitung. Wird man ihren speziellen pädagogisch-didaktischen Ansprüchen gerecht, erlernen auch sie das Schreiben, Lesen und Rechnen.
Mit der von mir entwickelten AFS-Methode (Aufmerksamkeit, Funktion, Symptom) arbeiten heute tausende Legasthenie- und Dyskalkulietrainer, Lerndidaktiker und Mediendidaktiker in 64 Ländern weltweit mit großem Erfolg.
Die zahlreichen Erfolgsgeschichten, die uns von fern und nah erreichen, sind ergreifend, veranlassen uns aber auch weiterhin für die Menschen da zu sein, die uns brauchen.
Der EÖDL hat sich über Jahrzehnte als führende Institution in Österreich etabliert, um Betroffenen durch spezialisierte Fachkräfte zu helfen und die pädagogisch-didaktische Förderung zu professionalisieren.
Ein herzliches Dankeschön an alle Menschen, die unermüdlich mitgeholfen haben und die noch immer mithelfen, den von Lernproblemen Betroffenen zielgerecht zu helfen, damit diese erfolgreich das Schreiben-, Lesen- und Rechnen erlernen können.
Dr. Astrid Kopp-Duller
Präsidentin des Ersten Österreichischen Dachverbandes Legasthenie







