Mein Kind hat Schwierigkeiten beim Rechnen

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Wann kann man eine Dyskalkulie oder Rechenschwäche vermuten und wie kann man sie erkennen?

Zahlreiche Kinder haben mit dem Problem zu kämpfen, dass sie das Rechnen mit den standardisierten Schulmethoden und mit der gleichen Geschwindigkeit wie ihre Mitschüler nicht erlernen können. Die Gründe dafür können genetische sein, jedoch kann das Problem auch durch Vorkommnisse im Leben des Kindes erworben sein.

Bereits vor Schulbeginn gibt es Hinweise darauf, aber keine allgemeingültigen oder endgültigen, dass es beim Erlernen des Rechnens zu Problemen kommen könnte. Die Kinder zeigen kein Interesse an Zahlensymbolen, lehnen Spiele ab, bei denen gezählt werden muss, verwechseln richtungsweisende Bezeichnungen, können mit den Begriffen „klein“ oder „groß“ nichts anfangen, können den Wert des Geldes nicht erkennen etc.

Nach Schulbeginn verstärken sich die Anzeichen im direkten Umgang mit Zahlen und Rechenoperationen.

Der nachstehende Fragenkatalog soll Eltern bei der Entscheidung helfen, ob es angebracht ist, sich an einen Spezialisten zu wenden, der auf pädagogisch-didaktischer Ebene eine pädagogische Förderdiagnostik und in weiterer Folge eine Förderplanung sowie eine individuelle Förderung durchführt.

Das Kind

  • benötigt ungewöhnlich viel Zeit für Rechenoperationen und ist schnell erschöpft
  • erfasst Zahlenräume, Mengen, Größen, Formen, Distanzen schlecht, die notwendige Verbindung zwischen Zahlenbegriff und Menge fehlt
  • erkennt Rechensymbole wie Plus, Minus, Divisions- oder Multiplikationszeichen nicht immer korrekt
  • lässt Ziffern aus
  • verwechselt ähnlich klingende Zahlen wie z.B. 19 und 90
  • verdreht Zahlen wie z.B. 67 und 76
  • schreibt Zahlen seitenverkehrt, z.B. 6 und 9
  • verwechselt ähnlich aussehende Zahlen wie
    z.B. 6 und 5 oder 1 und 7
  • schreibt Zahlen inkorrekt ab
  • kann Zahlenreihen nicht fortführen
  • kann nicht rückwärtszählen
  • hat Schwierigkeiten bei Überschreiten des Zehner- und/oder Hunderterschrittes
  • kann beim Kopfrechnen die Zwischenergebnisse nicht speichern
  • hat Schwierigkeiten beim Erlernen des Einmaleins
  • hat mit Textaufgaben Probleme
  • hat kein Abschätzungsvermögen, rechnet z.B. 20 + 20 = 100
  • bemerkt nicht widersprüchliche Ergebnisse bzw. duldet sie
  • hat Schwierigkeiten bei räumlichen und/oder zeitlichen Abfolgen
  • hat eine generelle Regelunsicherheit
  • erzielt trotz intensiven Übens keine Fortschritte, Gelerntes wird schnell wieder vergessen.

Werden mindestens 5 Beobachtungen mit „Ja“ beantwortet, so kann man davon ausgehen, dass die Probleme des Kindes auf eine Dyskalkulie oder eine andere Rechenproblematik hinweisen. Eine rasche Hilfe ist notwendig, damit ein nachhaltiger Erfolg erzielt werden kann. Die Eltern sollten sich umgehend an Spezialisten wenden: z.B. an diplomierte DyskalkulietrainerInnen, die auf pädagogisch-didaktischer Ebene das Kind fördern.

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Schwerpunkt Sinne im Legasthenie- und Dyskalkulietraining

Kind lernt

Einen der Schwerpunkte im Zusammenhang mit dem Legasthenietraining stellt die sinnliche Wahrnehmung dar, deren physiologische Verarbeitung hier näher untersucht werden soll, um einen Einblick in den darauffolgenden Lernprozess zu gewähren, der als Ausgangspunkt für weitere Betrachtungen dienen soll. All das, was die menschlichen Sinnesorgane an Informationen aufnehmen, landet zunächst im Gehirn, wobei die meisten Informationen nicht so interessant und wichtig sind, dass sie wirklich behalten, also im Gedächtnis gespeichert werden. Alle Informationen, die von den Sinnesorganen aufgenommen werden, landen über Nervenimpulse vorübergehend im so genannten Wahrnehmungsspeicher des Gehirns, der die erste Stufe der Speichermöglichkeiten darstellt.

Wenn das menschliche Individuum kein besonderes Interesse an diesen Informationen zeigt, so werden diese bereits nach zwanzig Sekunden wieder gelöscht, da sie als unwichtig beziehungsweise nicht speichernswert klassifiziert werden. Der Wahrnehmungsspeicher wird somit auch als Ultrakurzzeitgedächtnis bezeichnet, das für das menschliche Gehirn insofern als Schutzschild fungiert, als eine riesige Menge von Sinneseindrücken nicht dauerhaft gespeichert werden muss, was zu einer Überforderung führen könnte. Damit nun aber eine Information, die weitergegeben wird, im Langzeitgedächtnis eines Lernenden beziehungsweise eines Schülers gespeichert wird, muss sie das Interesse desjenigen wecken und Gefühle auslösen, die Lust auf das Lernen machen, indem sie vielleicht an schon Bekanntes oder an Erfahrungen des Schülers anknüpfen.

Durch ständiges Wiederholen und Einüben kann dieser Lernprozess vertieft werden, damit dem „Vergessen“ von Gelerntem vorgebeugt werden kann. Wie schon erwähnt, gehen die Informationen, die im Wahrnehmungsspeicher gelandet sind, nach etwa zwanzig Sekunden verloren und sind für immer vergessen, während das Kurzzeitgedächtnis Informationen im Minutenbereich speichert, bevor auch diese danach vergessen werden. Das Langzeitgedächtnis dagegen hebt die gesammelten Informationen langfristig, eventuell sogar für das ganze Leben auf. Allerdings ist nicht alles, was im Langzeitgedächtnis gespeichert wird, gleich wichtig und deshalb auch nicht jederzeit abrufbar, sodass diese Informationen zu dem passiven Wissen gerechnet werden, das im Gegensatz zum aktiven Wissen nicht sofort aktivierbar ist. Für den Pädagogen ist es unter diesem Aspekt besonders wichtig, auch auf das passive Wissen des Schülers zurückzugreifen und es zu aktivieren.

Da es im Gehirn spezielle Kanäle für das Schreiben, Sprechen, Hören, Riechen, Tasten, Schmecken und Sehen gibt, kann der Schüler alle zur Verfügung stehenden Kanäle beim Lernen nutzen, um sich den Lernstoff gut einprägen zu können.

Jeder Schüler lernt bevorzugt über einen Kanal, wobei man in diesem Zusammenhang auch von unterschiedlichen Lerntypen sprechen kann. Der visuelle Lerntyp bevorzugt die Informationsaufnahme über das Sehen, während der auditive Lerntyp seine Informationen über das Hören und Sprechen speichert.

Vermutlich sind aber die meisten Menschen nicht eindeutig einem bestimmten Lerntyp zuzuordnen, sodass es für den Pädagogen wichtig erscheint, unterschiedliche Kanäle bei der Vermittlung von Lerninhalten zu nutzen, damit den Schülern das Lernen und dauerhafte Speichern leichterfällt. Außerdem besteht für den Pädagogen die Möglichkeit, über das so genannte gehirngerechte Lernen Einfluss auf den Lernerfolg zu nehmen.

Das Gehirn besteht aus einer linken und einer rechten Hälfte, denen jeweils eine bestimmte Funktion zukommt. Während die linke Gehirnhälfte für digitale Funktionen zuständig ist, wie zum Beispiel für Zahlen, Sprache und Strukturen, so ist die rechte Gehirnhälfte für Bilder, Fantasie, Intuition und Gefühl zuständig. Obwohl zwischen beiden Gehirnhälften eine Verbindung besteht, nutzen viele Menschen aufgrund ihrer Tätigkeit oder ihrer Vorlieben meist nur den linken Teil des Gehirns. Als Pädagoge muss man davon ausgehen, sowohl rechts orientierte als auch links orientierte Schüler vor sich zu haben, sodass es wichtig ist, einen Lernstoff so zu vermitteln, dass er beide Gehirnhälften gleichermaßen anspricht. Werden also beispielsweise Daten und Fakten weitergegeben, sodass die linke Gehirnhälfte gefordert ist, so sollte gleichzeitig ein Beispiel oder ein Bild angeführt werden, das die rechte Gehirnhälfte aktiviert.

Ideale Lernbedingungen findet man also dann vor, wenn beide Gehirnhälften beim Lernprozess angesprochen werden. Gerade die zu wenig genutzte rechte Gehirnhälfte der Schüler erreicht man über konkrete Beispiele und Bilder, sodass durch die unterschiedliche Nutzung der Lernkanäle das Lernen erheblich leichterfällt und auch gehirngerecht funktionieren kann.

Um dem Schüler das Aufnehmen, Speichern und Verarbeiten der neuen Informationen zu erleichtern, sollte der Unterricht schwerpunktmäßig sinnvoll strukturiert sein, sodass der Lernstoff durch Visualisierung veranschaulicht wird und das Gelernte durch Wiederholungen vertieft werden kann.

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Grundsätzliches über Legasthenie und Dyskalkulie

Legasthenie LRS Dyskalkulie

Es ist eine sehr wichtige Grundlage für das Fortkommen von Kindern, die beim Erlernen des Schreibens, Lesens oder Rechnens in der Schule Probleme haben, dass das Umfeld – also vor allem die Eltern und Lehrer – Kenntnis über die vielseitige Thematik hat und die erforderlichen Schritte rechtzeitig einleitet.

Legasthene und dyskalkule Kinder haben eine besondere Informationsverarbeitung und damit verbunden eine besondere Lernfähigkeit. Sie finden mit den Standardmethoden in unseren Schulen nicht das Auslangen, um das Schreiben, Lesen oder Rechnen ausreichend zu erlernen, deshalb müssen ihnen andere Ansätze geboten werden. Mit einer individuellen gezielten Hilfe und genügend Zeit gelingt es zumeist, dass auch diese Kinder das Schreiben, Lesen oder Rechnen ausreichend erlernen. Betroffene Kinder, deren Probleme nicht rechtzeitig erkannt werden und denen deshalb auch nicht rechtzeitig geholfen wird, zeigen früher oder später psychische Auffälligkeiten.

In der gesamten Thematik stellt jener Umstand ein besonderes Problem dar, dass auch heute noch Schreib-, Lese- oder Rechenprobleme nicht selten als Zeichen von Schwäche, Störung, Krankheit oder gar Behinderung angesehen und auch so gehandhabt werden. Tatsächlich gibt es auch erworbene Schreib-, Lese- oder Rechenprobleme, die im Zusammenhang mit physischen oder psychischen Krankheiten entstehen, diese treten jedoch seltener auf.

Tatsache ist aber, dass in jedem Fall in erster Linie immer eine Hilfe auf pädagogisch-didaktischer Ebene erfolgen muss, wobei sich die Förderung von legasthenen und dyskalkulen Menschen, deren Problematik genbedingt ist, von den Hilfestellungen bei Schreib-, Lese- oder Rechenschwierigkeiten, die erworben sind, unterscheiden wird.

Die AFS-Methode (http://de.dyspedia.org/index.php/Hauptseite) wird den Anforderungen legasthener und dyskalkuler Menschen gerecht, weil die Förderung in allen Hauptbereichen erfolgt, in denen sich Schwierigkeiten ergeben. Neben der Aufmerksamkeitsfokussierung werden die Sinneswahrnehmungen, die man unbedingt zum Schreiben, Lesen und Rechnen benötigt, geschult und auch ein gezieltes Symptomtraining angeboten. Seit über 20 Jahren kommt diese umfassende und offene Methode durch diplomierte Legasthenie- und Dyskalkulietrainer/innen weltweit sehr erfolgreich zur Anwendung.

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ADHD oder Autismus?

ADHD oder Autismus

Auch Diagnosen, die im Zusammenhang mit Problemen beim Schreiben, Lesen oder Rechnen erstellt werden, sind anscheinend Modetrends unterworfen.

War es in der Vergangenheit eine Tatsache, dass zahlreiche legasthene oder dyskalkule Kinder wegen der Ähnlichkeit der Erscheinungsformen als ADHD-Kinder (Attention Deficit Hyperactivity Disorder) diagnostiziert worden sind, mehren sich in der letzten Zeit Fälle, in denen die Diagnose Autismus durch Spezialisten der Gesundheitsebene erstellt wird. Eltern und Lehrer sprechen sogar schon von einer „Massendiagnose“ dieser Art. ADHD ist inzwischen eher „out“, so der Tenor.

Legasthene und dyskalkule Kinder sind zeitweise beim Schreiben, Lesen oder Rechnen unaufmerksam und unruhig, was Spezialisten der Gesundheitsebene nicht selten dazu veranlasst, die Diagnose ADHD zu stellen. Schlimmstenfalls bekommen die Kinder auch Medikamente verordnet. Und in solchen Fällen ist die Toleranzgrenze erreicht! Diese Spezialisten „übersehen“ bei all ihren Testverfahren definitiv, dass viele Kinder nur zeitweise von dieser Symptomatik betroffen sind und sich die Symptome nur dann zeigen, wenn sie schreiben, lesen oder rechnen. Kinder mit dem Krankheitsbild ADHD hingegen zeigen die Verhaltensformen bei all ihren Tätigkeiten und beginnen damit nicht erst mit der Einschulung oder etwas später, wenn legasthene oder dyskalkule Kinder in der Schule nicht das leisten, was von ihnen erwartet wird.

Nun aber werden legasthene oder dyskalkule Kinder auch als Autisten diagnostiziert! Der Grund, warum Spezialisten der Gesundheitsebene wohl meinen, dass die Kinder autistisch seien, dürfte darin liegen, dass diese Kinder Ordnung und Rituale mögen und sich auch völlig einer Sache, die sie interessiert, widmen können und dabei die Umwelt völlig vergessen. Wiederum wird allerdings „übersehen“, dass das legasthene oder dyskalkule Kind sich ansonsten in keinster Weise so verhält, wie man es von Autisten erwartet.

Der gesamte Umstand, dass Kinder, die lediglich eine besondere Informationsverarbeitung und damit verbunden eine besondere Lernfähigkeit haben und deshalb beim Schreiben, Lesen und Rechnen mit Standardmethoden nicht als Auslangen finden, zu Kindern mit Krankheitsbildern gemacht werden, ist mehr als besorgniserregend und endet nicht selten für die Eltern und Kinder mit einer Katastrophe.

Es wäre außerordentlich wünschenswert, dass Diagnosen erst erstellt werden, wenn sich Spezialisten ein Gesamtbild eines Kindes gemacht haben!

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Das Phänomen der Dyskalkulie bewältigen

Kinder - Dyskalkulie nach der AFS-Methode

Wie schon erwähnt, hat sich gezeigt, dass auch ein Kind mit einer Dyskalkulie in drei wichtigen Bereichen Defizite hat, denen man unbedingt Aufmerksamkeit schenken sollte. Vor dem Training muss ein genaues Profil, ein Gesamtprofil, erstellt werden und eine Analyse der Fehlererscheinungen erfolgen. Dann tragen drei Schritte wesentlich zu einer erfolgreichen Förderung bei. Der erste Ansatz ist, die Aufmerksamkeit des Kindes beim Rechnen zu verbessern. Die Fehler, welche dabei entstehen, beruhen sehr stark auf der Tatsache, dass das Kind mit den Gedanken mehr oder weniger abwesend ist.

Die Funktionen oder Sinneswahrnehmungen, welche für das Rechnen benötigt werden, laufen beim Kind mit einer Dyskalkulie nicht in geregelten Bahnen. Zufallserfolge sind an der Tagesordnung. Daher muss ein erfolgreiches Training unbedingt die Sinneswahrnehmungen, welche man zum Rechnen braucht, trainieren und damit verbessern. Die Kinder müssen lernen, besser hinzuschauen, besser hinzuhören und den Raum besser einzuschätzen.

Natürlich ist der Grundsatz „Ohne Rechenübung kein erfolgreiches Rechnen!“ unbedingt zu beachten. Jedes Kind muss, wenn es das Rechnen erlernt, üben. Nicht nur das Kind mit einer Dyskalkulie! Allerdings soll man doch bei der bitteren Wahrheit bleiben, dass ein Kind mit Rechenproblemen mehr Zeit für die Materie aufwenden muss, um den Wissensstand der Mitschüler zu erreichen. Ein Mehraufwand ist Tatsache! Daran kommt man nicht vorbei.

BEITRAG AUS „DYSKALKULIE TRAINING NACH DER AFS-METHODE“ ISBN 978-3-902657-04-6

http://www.legasthenie.at/dyskalkulie/

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Trainingsmaterialien und Mathematik

Dyskalkulie

 

Kinder mit einer Dyskalkulie sprechen sehr gut auf das Medium Computer
an. Tatsächlich kann man beobachten, dass beim Arbeiten mit dem Computer die Aufmerksamkeit wesentlich höher ist, als wenn das Kind am Papier rechnet.

Der Computer bietet aber noch andere Vorzüge. So können Zahlen in einer dreidimensionalen Art dargestellt werden. Die Zahlen erhalten damit einen Körper und werden besser vertiefend, also dauerhafter verarbeitet. Das bekannte Programm Fontmagic kann hier zum Vertiefen der Zahlensymbole dienen.

Am Markt existiert eine Reihe von Software, mit der man Kindern mit Rechenproblemen helfen kann. Bewährt haben sich Programme, die möglichst wenig Ablenkung von der Materie bieten. Achten Sie beim Kauf darauf!

Das Easy Maths Program wurde aufgrund von ausgiebigen Studien von Kindern mit Dyskalkulie entwickelt. Es hat sich vielfach in der Praxis bewährt und ist deshalb von einem erfolgreichen Dyskalkulietraining gar nicht wegzudenken. Es geht auf die Besonderheiten des AFS-Systems ein und ist dadurch effizient für Kinder mit Dyskalkulie. Es werden der Aufbau: Zahlensymbol, Zählen, Symbol und Mengeund die Grundrechenarten trainiert. Durch das Training am Computer mit diesem Programm wird das Kind motiviert und hat dadurch Erfolgserlebnisse. http://www.Easy-Maths-Program.com

Auch das Easy Training Program, welches speziell differente Sinneswahrnehmungen von Kindern mit einer Dyskalkulie trainiert, ist ein ausgezeichnetes Programm für diese Zwecke. Fast spielend und ohne Symbole trainieren die Kinder die verschiedenen Teilleistungen, Funktionen – auch Sinneswahrnehmungen genannt -, die auch für ein erfolgreiches Rechnen Grundbedingung sind. Ein „Highscore“ ermöglicht eine Kontrolle über die Verbesserung der Leistungen und ist deshalb bei den Kindern sehr beliebt. Weil die Kinder dieses Programm als ein Spielprogramm betrachten und es ihnen so gar nicht bewusst ist, dass es zu einer Verbesserung ihrer Sinneswahrnehmungen beiträgt, ist es nicht nur erfolg-reich, sondern es wird auch sehr gerne gespielt:
http://www.Easy-Training-Program.com

Auf der beiliegenden CD-Rom sind Arbeitsblätter als PDF-Datei zum Ausdrucken enthalten. Zum Öffnen der Arbeitsblätter benötigen Sie den kostenfreien Adobe PDF-Reader oder ein vergleichbares Programm.

Bitte beachten Sie auch die aktuellen Arbeitsblätter und Lernspiele auf der Internetseite http://www.Arbeitsblaetter.org für die hier beschriebenen Programme sowie Tipps und Tricks.

Mit dem Dyslexia Quality Award ausgezeichnete Materialien für das Dyskalkulietraining finden Sie auch unter: http://www.bestofdyslexia.com

BEITRAG AUS „DYSKALKULIE TRAINING NACH DER AFS-METHODE“ ISBN 978-3-902657-04-6

http://www.legasthenie.at/dyskalkulie/

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Dyskalkulie im Erwachsenenalter

Erwachsenen Dyskalkulie

Die meisten Erwachsenen mit Rechenschwierigkeiten wissen nicht einmal, warum sie mit der Mathematik zu kämpfen haben. Fehldiagnosen sind an der Tagesordnung, wenn sich Betroffene nicht an Spezialisten, die im pädagogisch-didaktischen Bereich tätig sind, wenden. Betroffene zweifeln selbst nicht selten an ihrer Intelligenz, weil sie dem Stigma, welches unsere Gesellschaft vorgibt, Glauben schenken: dass nur ein solcher Mensch als intelligent gilt, der rechen kann. Manche fühlen sich sogar krank, weil auch dies mitunter suggeriert wird.

Erwachsene mit Rechenproblemen haben nicht nur ein schlechtes Gefühl, wenn es um mathematische Belange geht, manchmal kommt es bei Betroffenen auch zu regelrechten Panikattacken. Diese Menschen haben meistens viele Jahre des Misserfolges hinter sich. Schlechte Zensuren, abgebrochene Schullaufbahnen oder auch Ausbildungen sind wegen der Rechenprobleme durchaus möglich. Dazu kommt ein massives Minderwertigkeitsgefühl, was nicht selten in psychische Auffälligkeiten mündet. Es gibt eine hohe Dunkelziffer bei den Erwachsenen, die das Rechnen nicht ausreichend beherrschen. Dazu gibt es für den deutschen Sprachraum keine wissenschaftlichen Untersuchungen, so können nur Schätzungen vorgenommen werden.

Man weiß heute, dass Rechenschwierigkeiten erworben oder auch, und dies ist wesentlich häufiger der Fall, vererbt sein können. Dies hat die Genforschung im Zusammenhang mit der Legasthenie schon herausgefunden.

Von einer Dyskalkulie, die genbedingte Ursachen hat und deshalb auch vererbt werden kann, spricht man, wenn man Folgendes beobachten kann:

eine zeitweise Unaufmerksamkeit und auch Unruhe – die keine Krankheitsbilder wie z.B. eine Konzentrationsstörung oder Hyperaktivität sind – des Betroffenen, wenn er mit mathematischen Aufgaben in Kontakt kommt und in diesem Zusammenhang mit Ziffern oder Zahlen konfrontiert wird bei sonst guter Aufmerksamkeit in allen anderen Belangen und

differente Sinneswahrnehmungen z.B. im optischen oder akustischen Bereich und auch in der Raumwahrnehmung, die nicht ausreichend für das Erlernen des Rechnens geschärft sind.

Infolge der unscharfen Sinneswahrnehmungen und der daraus resultierenden zeitweisen Unaufmerksamkeit kommt es beim Rechnen zu sogenannten Wahrnehmungsfehlern.

Zwei Formen werden bei einer Dyskalkulie unterschieden: die Primärdyskalkulie und die Sekundärdyskalkulie. Von einer Primärdyskalkulie spricht man, wenn beim Betroffenen lediglich Schwierigkeiten beim Rechnen beobachtet werden. Von einer Sekundärdyskalkulie spricht man, wenn zusätzlich zu den Rechenproblemen psychische oder physische Auffälligkeiten hinzukommen. Zu einer Sekundärdyskalkulie kann es vor allem dann kommen, wenn die Problematik nicht entdeckt wird, der Betroffene keine Hilfestellung bekommt und deshalb psychische Auffälligkeiten entwickelt. Auch physische Seh- oder Hörprobleme können eine Sekundärdyskalkulie bewirken.

So haben Menschen mit einer genbedingten Rechenproblematik, die als Dyskalkulie bezeichnet wird, eine besondere Informationsverarbeitung, die an sich nichts Schlimmes wäre, würde dadurch nicht ihr Zugang zur Mathematik besondere Interventionen verlangen, also besondere Methoden, welche auf ihre Anforderungen abgestimmt sind. Doch diese Hilfe bleibt den meisten Betroffenen in unseren Schulen versagt.

Zur Erklärung soll so viel gesagt sein, dass das Gehirn bei dyskalkulen Menschen anders organisiert ist. Die Sinnesorgane verarbeiten Informationen in einer Art und Weise, die besondere Hilfestellungen für die betroffene Person verlangt, damit ein reibungsloser Lernprozess stattfinden kann.

Andererseits gibt es auch Rechenschwierigkeiten, die erworben sind, sie werden meistens als Rechenschwäche bezeichnet. Gründe dafür gibt es viele. Es sei nur erwähnt, dass schon vermehrte Krankheitsphasen in der Volksschule bis hin zu Familienproblemen dazu führen können, dass Menschen speziell im Rechenbereich versagen. In diesem Fall genügt es, wenn die Verursachung beseitigt wird und ein intensives Training im Symptombereich erfolgt, womit ein Aufholprozess in Gang gesetzt wird.

Ein Training am Symptom alleine genügt bei einer Dyskalkulie, wie schon erwähnt, allerdings nicht, es muss eine umfassendere Förderung stattfinden. Dazu aber später.

Rechenschwierigkeiten treten manchmal gleichzeitig mit Schreib- und Leseproblemen auf. Die Problematik kann aber auch eine isolierte sein.

In jedem Fall ist es ist also besonders wichtig, dass man sich als Erwachsener möglichst einem Spezialisten anvertraut, der nicht nur die Ursachen und die Wirkung der Problematiken unterscheiden kann, sondern auch eine individuelle pädagogische Förderdiagnostik durchführt, auf der schließlich die gezielte individuelle Förderung aufbaut.

Es sei hier nochmals erwähnt, dass es für eine gezielte Hilfe nie zu spät ist, denn viele Menschen haben tatsächlich erst als Erwachsene das Rechnen, aber auch das Schreiben und Lesen vor allem für sie zufriedenstellend erlernt.

BEITRAG AUS: DYSKALKULIE KLL VERLAG ISBN 978-3-902657-15-2
http://www-dyskalkulie-erw.de

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Legasthenie oder Dyskalkulie ist keine Krankheit oder Behinderung!

Vorausschickend, eine Legasthenie oder eine Dyskalkulie ist weder eine Krankheit noch eine Behinderung, sie wird vielmehr durch eine differente Wahrnehmung eines Menschen hervorgerufen. Einfach gesagt, empfinden, sehen und hören legasthene/dyskalkule Menschen ein bisschen anders als andere. Die Erscheinungsform dieser anderen Wahrnehmung ist es aber, die zu den Schreib-, Lese- oder Rechenproblemen führt und die Menschen, welche nicht mit diesem Problem vertraut sind, glauben lässt, dass es sich deshalb, um es vorsichtig auszudrücken, um einen minderbegabten Menschen handelt. 

Legasthenie-Dyskalkulie

Was soll man auch von jemandem halten, dem man mindestens schon zwanzig Mal ein einziges Wort beizubringen versucht hat? Der es einige Male richtig schreibt, dann aber wieder fehlerhaft? So jemanden für idiotisch zu erklären, fällt natürlich leichter, als sich über die Hintergründe zu informieren. Dies passiert auch dann meistens nicht, wenn man sehr wohl merkt, dass der Mensch, den man vor sich hat, oft überdurchschnittlich gute Gedankengänge hat.

Er verfügt offensichtlich über außergewöhnlich gute technische Ideen, ist unglaublich kreativ, hat eine hohe Auffassungsgabe, eine oftmals schier unglaubliche Merkfähigkeit, man denke nur an die Lesebücher, die mühelos auswendig gelernt werden. Leider wird in unserer Gesellschaft hundertmal mehr auf die Kulturtechniken des Lesens, des Schreibens oder des Rechnens Wert gelegt anstatt auf andere Talente. Dabei, seien wir doch ehrlich, wer ist denn schon in der deutschen Rechtschreibung nach der Reform und der Reform der Reform wirklich noch perfekt?

Wir täten gut daran, die besonderen Qualitäten der Betroffenen zu erkennen und nicht ständig auf den Fehlern herumzuhacken. Sie vor allem zu fördern, ihnen aber auch mental dabei zu helfen, über die Hürden der Kulturtechniken leichter hinwegzukommen, dies wäre wohl besonders wichtig. Hatte die Ansage hundert Wörter und gab es acht Fehler, wurden dann nicht zweiundneunzig richtig geschrieben?

Aber besonders die Rechtschreibung, oder auch Richtigschreibung genannt, ist für manche eine heilige Kuh und das Beurteilungskriterium für die Intelligenz eines Menschen schlechthin. Ein wenig engstirnig, oder? Tatsächlich haben Schreib-, Lese- oder Rechenkenntnisse absolut nichts mit der tatsächlichen Intelligenz eines Menschen zu tun. Dafür gibt es unzählige Beispiele.

Wobei natürlich damit nicht in Zweifel gezogen werden sollte, dass die Kenntnis von grundlegenden Schreib-, Lese- oder Rechenkenntnissen im gesamten Leben hilfreich ist und deshalb erlernt werden sollte. Doch ist es abzulehnen, diese Kenntnisse als Maßstab für den Wert eines Menschen herzunehmen, was tatsächlich so oft passiert.

Wir würden viele tolle Talente nicht verschwenden, wie es zur Zeit der Fall ist, sondern für unsere Gesellschaft nützen. Wie lange können wir es uns denn noch leisten, solche Talente zu verheizen? Tatsache ist, dass Legasthenie oder Dyskalkulie nicht sichtbar ist. Alles, was der Mensch nicht sehen kann, wird oft in Zweifel gezogen.

Wir haben für sprachbehinderte, für seh- oder hörbehinderte Kinder in unserem Schulsystem bestens vorgesorgt. Sie bekommen eine spezielle Förderung. Obwohl die differente Wahrnehmung nicht als Behinderung anzusehen ist, bräuchten diese Kinder in der Schule auch einen speziell auf ihre Bedürfnisse ausgerichteten Unterricht. Ihr Pech ist es nur, dass sich die Symptomatik bei ihnen lediglich in ihren Fehlern beim Lesen, Schreiben oder Rechnen widerspiegelt. Ihre speziellen Bedürfnisse werden nicht erkannt. Mit Vorurteilen, wie „Das Kind übt zu wenig!“ oder „Es ist einfach zu dumm, sich das von ihm Geforderte zu merken!“ oder „Einfach schlampig!”, ist man schnell bei der Hand. So mancher Lehrer konnte Eltern schon glaubhaft machen, dass sie eben ein „schwaches“ Kind haben.

So wird versucht, ihnen durch mühsames, vermehrtes Üben zu helfen. Diese Maßnahmen verursachen aber nur noch mehr Probleme, vor allem psychische, da man damit dem Kind ständig vor Augen führt, was es nicht kann, bzw. vom Kind etwas verlangt, das es nicht leisten kann. Vermehrtes Üben allein hat bei legasthenen oder dyskalkulen Kindern noch nie zum gewünschten Erfolg geführt.

BEITRAG AUS “DER LEGASTHENE MENSCH”   ISBN 978-3-902657-08-4 KLL VERLAG  2010

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Zur pädagogischen Definition für Schreib-, Lese- und Rechenprobleme bzw. Legasthenie und Dyskalkulie

Einheitliche allgemein gültige Definitionen, welche die verschiedenen Schreib-, Lese- oder Rechenprobleme ausreichend beschreiben würden, gibt es bis heute nicht.

Pädagogische Definition für Schreib-, Lese- und Rechenprobleme bzw. Legasthenie und Dyskalkulie:

„Ein legasthener/dyskalkuler Mensch, bei guter oder durchschnittlicher Intelligenz, nimmt seine Umwelt differenziert anders wahr, seine Aufmerksamkeit lässt, wenn er auf Symbole wie Buchstaben oder Zahlen trifft, nach, da er sie durch seine differenzierten Teilleistungen anders empfindet als nicht legasthene/dyskalkule Menschen. Dadurch ergeben sich Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens, Schreibens oder Rechnens.“ 

Dr. Astrid Kopp-Duller, 1995

Legasthenie ist wohl ein wesentlich umfassenderes, komplizierteres, komplexeres Gebiet als das Wort auszudrücken vermag.

„Legasthene und dyskalkule Menschen haben eine besondere Informationsverarbeitung und dadurch bedingt eine besondere Lernfähigkeit, welche an die pädagogisch-didaktische Interventionsebene hohe Anforderungen stellt.“

Dr. Astrid Kopp-Duller, 2005

Frau Dr. Schenk-Danzinger hat immerhin in ihrer Definition, die auch heute noch richtungsweisend ist, zusätzlich zu den Leseproblemen Schreibprobleme miteinbezogen, doch liegt auch bei genetisch bedingten Rechenproblemen die gleiche differente Wahrnehmung eines Menschen zu Grunde. Warum es sich einmal im Lese- oder/und Schreibbereich auswirkt, dann wieder im Rechenbereich, vermag wohl niemand mit Sicherheit zu sagen. Tatsache ist aber, dass alles, was für Kinder mit Legasthenie gilt, auch für jene mit Dyskalkulie gilt.

Die differente Aufmerksamkeit und differenten Funktionen oder Teilleistungen, sogenannte Sinneswahrnehmungsleistungen, lassen Fehler beim Schreiben, Lesen oder Rechnen entstehen.

“Der Name Legasthenie ist nicht sehr glücklich gewählt!“ oder “Legasthenie gibt es ja gar nicht“. Solche und noch andere eigenartige Aussprüche kann man da und dort immer wieder hören. Zumeist steckt lediglich Unwissenheit oder auch Hilflosigkeit gegenüber dem Problem, mit Betroffenen nicht erfolgreich umgehen zu können, dahinter.

Aber wie schon William Shakespeare in seinem weltberühmten Drama „Romeo und Julia“ sinngemäß sagte, „… wie immer die Rose auch heißen würde, es vermag nichts daran zu ändern, dass sie wundervoll duftet …“.

Tatsache ist, dass die Problematik existiert, dass es Menschen gibt, die das Schreiben, Lesen oder Rechnen, trotz ausreichender Intelligenz, nicht oder nur sehr langsam, mit größter Mühe, erlernen können. Wie man aber die Problematik benennt, ist tatsächlich eine andere Sache. Erleichternd für alle, die damit zu tun haben, wäre natürlich, wenn es einheitliche und allgemein gültige Definitionen geben würde.

Da die Verursachungen von und auch die Hilfestellungen bei Schreib-, Lese- oder Rechenproblemen unterschiedlich sein können, ist es angebracht, auch unterschiedliche Begriffe zu verwenden. So werden Schreib- und Leseprobleme, welche eine genetische Verursachung haben, als Legasthenie, erworbene als Lese-Rechtschreibschwäche bezeichnet. Gleichfalls werden Rechenprobleme, welche eine genetische Verursachung haben, als Dyskalkulie, erworbene als Rechenschwäche bezeichnet. Auf die notwendigen unterschiedlichen Förderansätze wird noch eingegangen werden.

Aber zurück zu Shakespeare. Mit Drama allerdings hat das Wort Legasthenie tatsächlich etwas gemein, aber auch mit der Rose. Legasthenie ist eine Gabe, kann aber auch ein ganz besonders schlimmer Klumpfuß für den Betroffenen und seine Umgebung sein.

Obwohl man schon seit zirka 120 Jahren wissenschaftlich diesem Phänomen auf den Grund zu gehen versucht, ist es aber leider immer noch für viel zu viele Menschen ein Wort, das in ihrem Sprachschatz nicht vorkommt bzw. von dem sie nicht wissen, was sie damit anfangen sollen, auch wenn sie direkt oder indirekt davon betroffen sind.

Betrachtet man heute die Entwicklung der Forschung, so fällt auf, dass es ein ewiges Hin und Her war. Von Bemühungen, herauszufinden, was die Ursachen sind, bis hin zur versuchten Zerstörung des Erforschten, alles kann man finden.

Dienlich waren der Legasthenieforschung, als diese sehr weit gediehen war, jene Pseudogelehrten gerade nicht, die plötzlich behaupteten, so etwas wie Legasthenie gäbe es nur in den Köpfen reicher Leute, die diese Bezeichnung als Ausrede für ihre dummen Kinder gebrauchten. Die Folge war eine große Verunsicherung vor allem bei Pädagogen oder Lehrern, die ja unmittelbar mit diesen besonderen Kindern in der Klasse zu tun hatten oder haben.

Und besondere Kinder sind legasthene oder dyskalkule Kinder allemal, das lässt sich tatsächlich behaupten, je mehr man mit diesen zu tun hat. Wenn man dann schon mit so vielen sehr eng zusammengearbeitet hat, wird die Bewunderung für ihre besondere Wahrnehmung und ihre umfassende Denkweise immer größer.

Trotzdem kann man im Zusammenhang mit Legasthenie von einer Problematik sprechen. Meistens werden diese hochbegabten Kinder von ihrer Umwelt völlig falsch verstanden, und dies führt nicht selten früher oder später zu großen Problemen innerhalb der Familie, aber auch vor allem in der Schule. Anfangs kann man bei einer Legasthenie oder Dyskalkulie nie von einem Krankheitsbild sprechen. Die Beobachtung zeigt, dass das Kind mit einer Primärlegasthenie oder -dyskalkulie (als Primärlegasthenie oder -dyskalkulie bezeichnet man die Problematik, wenn ein intelligenter Mensch das Schreiben, Lesen oder Rechnen mit den üblichen Schulmethoden nicht oder nur sehr langsam erlernt, ohne dass psychische oder physische Auffälligkeiten daran beteiligt sind oder sogar verursachend sind), wenn es auf gute Voraussetzungen trifft – z.B. auf einen Pädagogen, und auf den trifft es immer vor dem Psychologen oder dem Psychiater, welcher sich des Problems der Legasthenie oder Dyskalkulie bewusst ist und den Anforderungen des Kindes Genüge tut – nie zu einem Problemkind wird. Leider ist die Praxis eine andere.

Oftmals hat unsere Gesellschaft verhaltensauffällige Kinder geschaffen, für die sich aber keiner mehr zuständig fühlt. Hat man einer Legasthenie oder einer Dyskalkulie ein psychisches Problem aufgepflanzt, ist dieses wesentlich schwieriger zu bewältigen als die Legasthenie oder Dyskalkulie selbst. Dabei wäre es so leicht, auch diesen Kindern das Lesen, Schreiben oder Rechnen beizubringen. Denn wer behauptet, legasthenen oder dyskalkulen Kindern könnte man diese Kulturtechniken nicht beibringen, der irrt. Sie bräuchten nur Lehrmethoden, die ihrer besonderen Lernfähigkeit entgegenkommen, die ihnen z.B. alles bildlich und dreidimensional bringen, mehr Vertiefung als gewöhnlich, mehr Zeit und viel Lob.

Um nochmals auf den Begriff Legasthenie zurückzukommen, soll hier nur dazu bemerkt werden, dass mit diesem Ausdruck, mit dieser Bezeichnung, nicht die umfassende Problematik dieses Phänomens bedacht wird. Da es aber existiert, und wie immer man dies auch nennen möchte, ob differente Wahrnehmung, Lernstörung, Teilleistungsprobleme, um nur einige zu nennen, so ist doch immer das Problem eines Menschen damit gemeint, der es verdient, von uns anderen 85% der Menschen verstanden zu werden, und der schließlich auch ein Recht darauf hat.

Wichtig wäre es, doch davon Abstand zu nehmen, bei einer Legasthenie oder Dyskalkulie ohne Sekundärproblematik, der sogenannten Primärlegasthenie oder -dyskalkulie – es verstärken keine psychischen oder physischen Probleme die genetische Veranlagung, lediglich verlangen diese Menschen beim Erlernen des Schreibens, Lesens und Rechnens nach einer auf ihre besondere Lernfähigkeit abgestimmten Methodik – ständig von Störung, Schwäche, Krankheit oder gar Behinderung zu sprechen. Eine nicht rechtzeitig erkannte Legasthenie oder Dyskalkulie und die damit zusammenhängende ständige schulische Überforderung kann auch zu Sekundärproblemen führen. 15 Prozent der Weltbevölkerung als „schwach“ oder „gestört“ zu bezeichnen, ist nicht legitim und äußerst vermessen.

BEITRAG AUS „DER LEGASTHENE MENSCH“   ISBN 978-3-902657-08-4 KLL VERLAG MÄRZ 2010

 

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Zur Relevanz der pädagogisch-didaktischen Intervention bei Legasthenie/Dyskalkulie und anderen Schreib-/Lese- oder Rechenproblemen

Zur Relevanz der pädagogisch-didaktischen Intervention bei Legasthenie/Dyskalkulie und anderen Schreib-/Lese- oder Rechenproblemen

„Legasthene und dyskalkule Menschen haben eine besondere Informationsverarbeitung und damit verbunden eine besondere Lernfähigkeit.“

Legasthenie - LRS

Die Wissenschaft beschäftigt sich schon seit mehr als einem Jahrhundert mit dem Problem, warum sich bei manchen Menschen beim Erlernen des Schreibens und Lesens Probleme ergeben. Die Befassung mit der Dyskalulie oder anderweitig bedingten Rechenproblemen ist dagegen nicht älter als etwa 40 Jahre.

Der Umstand, dass sich vorerst Mediziner mit der Problematik befassten, führte dazu, dass man grundsätzlich davon ausging, dass Schreib- und Leseprobleme, später auch Rechenprobleme pathologisch, also krankhaft sind. Erst sehr spät, nachdem auch die Thematik von psychologischer Seite, auch vom pathologischen Gesichtspunkt als Krankheitsbild, aufgearbeitet worden war, setzte die pädagogische Forschung Schritte, wirksame Methoden zu entwickeln, um diesen Menschen eine individuelle Förderung zu ermöglichen, damit diese auch das Schreiben, Lesen und Rechnen erlernen können. Dieser neue Weg wird immer populärer, weil es wohl einleuchtend ist, dass man Schreib-, Lese- und Rechenproblemen zuerst auf pädagogisch-didaktischer Ebene begegnen muss. In denjenigen Fällen, wo diese Interventionen nicht ausreichen, werden selbstverständlich Fachleute aus den  Gesundheitsberufen mit einbezogen werden, damit ein umfassender und nachhaltiger Erfolg erzielt werden kann.

In der Praxis findet man viele Fälle, wo tatsächlich keine Intervention durch die Gesundheitsebene notwendig ist, sondern lediglich ein auf ihre Anforderungen abgestimmter pädagogisch-didaktischer Ansatz, damit das Schreiben, Lesen und Rechnen ausreichend erlernt werden kann. Man hat inzwischen erkannt, aber den Umstand noch nicht ausreichend gewürdigt, dass bei weitem nicht alle Menschen, welche Schreib-, Lese- oder Rechenprobleme aufweisen, schwach, gestört, krank oder gar behindert sind, sondern dass lediglich die in den Schulen üblichen didaktischen Ansätze für sie nicht ausreichend sind, im Schreib-, Lese- oder Rechenbereich ausreichende Leistungen zu erbringen, wie es allgemein erwartet wird.

Man findet im deutschen Sprachraum keine einheitliche Bezeichnung, welche die umfassende Problematik beschreibt. Für eine gezielte Förderung ist es aber wichtig, dass die jeweilige Verursachung eruiert wird, denn nur dann kann auch eine gezielte individuelle Förderung stattfinden.

Es gibt keine in sich geschlossene Methode, die in jedem Falle zum Erfolg führt. Es gibt auch keine Methode, mit der sich in kurzer Zeit alle Probleme beseitigen lassen. Nur wenn eine individuelle, auf die Probleme des jeweiligen betroffenen Menschen abgestimmte Förderung stattfindet, die über einen längeren Zeitraum erfolgt, werden die gewünschten Verbesserungen eintreten.

Zwei Gruppen von Schreib-, Lese- oder Rechenprobleme werden grundsätzlich unterschieden. Die Verursachung liegt bei der ersten Gruppe in einer genetischen Veranlagung, man spricht dann von einer Legasthenie/Dyskalkulie. Ein erfolgreiches Training muss in diesem Falle unbedingt neben der Schärfung von Sinneswahrnehmungen, die zum Schriftspracherwerb und für ausreichende Leistungen im Rechenbereich unbedingt notwendig sind, und die bei legasthenen/dyskalkulen Menschen eine differente Ausbildung haben,  eine bewusste Aufmerksamkeitsfokussierung bei der Beschäftigung mit den Kulturtechniken erlernt werden. Liegen keine physischen oder psychischen Sekundärproblematiken vor, so spricht man von einer Primärlegasthenie oder Primärdyskalkulie.

Bezüglich eines Trainings von Basisfunktionen bzw. Sinneswahrnehmungen gehen die Meinungen zwar auseinander. Geht man aber nur einen Schritt zur Seite und überlegt, auch unter Einbeziehung von Erfahrungen, die man in der praktischen Arbeit mit Kinder gemacht hat, ob es beim Schreiben, Lesen und Rechnen notwendig ist, dass man genau hinsieht und hinhört, um ausreichende Leistungen erbringen zu können, dann sollte es eigentlich zu gar keiner Diskussion kommen.

An der Notwendigkeit eines Funktionierens der Sinneswahrnehmungsleistungen für ein erfolgreiches Erlernen des Schreibens und Lesens, sollte man eigentlich nicht zweifeln. Schon Dr. Maria Montessori und später Dr. Jean Ayres haben erkannt, und durch Studien bewiesen, dass ausgebildete Funktionen relevant für schulische Leistungen sind, daran hat sich bis heute nichts geändert.

Die Leistungen aufmerksam hinzusehen und hinzuhören, wenn man schreibt, liest oder rechnet, sind legasthenen/dyskalkulen Menschen nicht zu eigen, weshalb man ihnen dies am besten in Form von Übungen, nahe bringen muss. Wichtig ist auch, dass man den Kindern die Notwendigkeit klar macht, dies beim Schreiben, Lesen und Rechnen zu tun und nicht darauf zu vergessen, weil es sonst zu Fehlern kommt.

Es gibt auch im deutschen Sprachraum zahlreiche Studien, die bestätigen, dass intakte Sinneswahrnehmungen dem reibungslos stattfindenden Schreib- und Leseprozess dienlich sind.

Das Sinneswahrnehmungstraining ist darauf ausgerichtet, dass Kinder z. B. lernen besser hinzusehen und hinzuhören und diesen Prozess automatisieren. Ganz klar ist zu beachten, dass sich mit einem gezielten Sinneswahrnehmungs-training keine Veränderungen im Gehirn ereignen. Diese sind auch nicht beabsichtigt! Ziel ist es, dass sich eine positive Veränderung im Umgang mit schulischen Tätigkeiten einstellt und das die Kinder lernen aufmerksam beim Schreiben, Lesen und Rechnen hinzusehen und hinzuhören. Es funktioniert ausgezeichnet und führt zum Erfolg und nur der zählt schließlich.

Bei legasthenen/dyskalkulen Menschen kann es, etwa durch das Nichterkennen der Problematik, die ständige Überforderung des Betroffenen, zu  Verhaltensauffälligkeiten kommen. Da spricht man von einer Sekundärlegasthenie.

Bei der zweiten Gruppe werden Schreib-, Lese- oder Rechenprobleme erworben. Verschiedene Verursachungen, die physisch, also körperlich bedingte sind, etwa See- oder Hörprobleme, oder psychisch Ursachen haben. Die Ursache kann aber auch in der pädagogisch-didaktischen Methodik liegen. Man spricht in diesen Fällen von einer Lese-, Rechtschreib- oder Rechenschwäche. In diesem Falle muss neben einem gezielten Symptomtraining auch an der Verursachung gearbeitet werden.

Die Unterscheidung um welche Art der Schreib-, Lese- oder Rechenproblematik es sich handelt, wie es auch z.B. in Bayern gesetzlich festgelegt wurde, ist von großer Wichtigkeit, weil die Förderansätze in den beiden Bereichen unterschiedlich sein müssen.

Grundsätzlich sind die Pathologisierung der Gesamtproblematik und eine Verallgemeinerung abzulehnen. Schreib-, Lese- oder Rechenprobleme sind in den seltensten Fällen krankheitsbedingt, sondern haben vielmehr damit zutun, dass das betroffene Kind einen gezielte Hilfe auf pädagogisch-didaktischer Ebene bekommen muss, damit das Schreiben, Lesen oder Rechnen ausreichend erlernt werden kann. Betroffene Menschen sind in den meisten Fällen nicht schwach, gestört, krank oder gar behindert.

In der Praxis kommt es durch Fehlschlüsse, die von Eltern und Lehrer gezogen werden, oft zu langen unnötigen Verzögerungen, bis das Kind auch auf pädagogisch-didaktischer Ebene eine entsprechende Hilfe bekommt.

Ein Grund dafür ist darin zu suchen, dass die nach Schulbeginn früher oder später auftretenden „Verhaltensausfälligkeiten“, die tatsächlich aber keine pathologischen sind von Eltern, nicht selten auch unterstützt durch den Rat von Lehrern, eher dazu neigen, Psychologen oder Ärzte aufzusuchen. Ein weiterer Grund dafür ist auch, dass viele Laien „schon irgendwo oder irgendwann gehört haben, dass Menschen die Schreib-, Lese- oder Rechenprobleme haben, krank sind“. Die etwas einseitige Definition (ICD-10)  für den Gesundheitsbereich bezüglich der Problematik ist daran maßgeblich beteiligt. Eine pädagogisch-didaktische Intervention wird darin nicht in Erwägung gezogen.

Deshalb werden die Probleme beim Schreiben, Lesen oder Rechnen die das Kind hat auf das veränderte „krankhafte“ Verhalten des Kindes zurückgeführt. Tatsächlich ist es aber so, dass diese Kinder Hilferufe an die Erwachsenen senden, die aber nicht immer richtig gedeutet und verstanden werden.

Betroffene Kinder können einfach mit den in der Schule angebotenen Methoden nicht das leisten, was von ihnen verlangt wird und zeigen es intuitiv durch, sagen wir einmal eigenwilliges Verhalten. Der Vorgang geht also umgekehrt vor sich, durch das Fehlen von geeigneten Methoden und die ständige Überforderung des Kindes, kommt es schließlich zu einem vom Umfeld nicht erwünschten Verhalten und fehlenden Leistungen im Schriftspracherwerb oder im Rechenbereich.

Das heißt also, dass sie individuelle Ansätze benötigen, um das Schreiben, Lesen und Rechnen zu erlernen. Dabei können aber Psychologen und Ärzte nicht behilflich sein. Weshalb die Hilfe bei den Pädagogen, die sich mit den Besonderheiten von Schreib-, Lese oder Rechenproblemen schwerpunktmäßig beschäftigen, immer zuerst gesucht werden sollte. Bei zusätzlichen körperlichen oder psychischen Verhaltensauffälligkeiten werden selbstverständlich entsprechende Spezialisten der Gesundheitsebene gefordert sein, damit ein umfassender Erfolg erzielt werden kann.

Ein weiterer Fehlschluss trägt dazu bei, dass diese Kinder gar nicht selten fehldiagnostiziert werden. Legasthene/dyskalkule Kinder zeigen im Zusammenhang mit dem Schreiben, Lesen oder Rechnen auch eine zeitweise Unaufmerksamkeit oder auch Unruhe, die aber bei anderen Tätigkeiten des täglichen Lebens nicht vorhanden sind. Findet also keine pädagogische Förderdiagnose, sondern nur eine Diagnostik durch die Gesundheitseben statt, so passiert es , dass die Symptome als Krankheitsbilder des Attention Deficit Disorder oder des Attention Deficit Hyperaktivity Disorder gedeutet werden. Den Kindern wird eine Aufmerksamkeits- bzw. Konzentrationsstörung oder noch zusätzlich eine Hyperaktivität oder eine isolierte Hyperaktivität bescheinigt. Im schlimmsten Falle werden diesen Kindern sogar Medikamente verabreicht. Es gibt kranke Kinder, die tatsächlich diese Medikamente benötigen, damit sie ein halbwegs normales Leben führen können.

Legasthenen/dyskalkulen Kindern ohne besagte Krankheitsbilder hingegen sollten keine Medikamente verabreicht werden, wenn sie lediglich eine zeitweise Unaufmerksamkeit oder Unruhe, bei Schreib-, Lese- oder Rechentätigkeiten zeigen, die tatsächlich Eigenarten dieser Menschen sind, und vermutlich durch eine ständige Überforderung, unbewusste Versagensängste etc. zustande kommen, nicht aber als pathologisch zu werten sind. Es wäre zwar einfach zu sagen, dass es ein Leichtes ist die Krankheitsbilder und die ähnlichen Verhaltensweisen legasthener/dyskalkuler Menschen zu unterscheiden, jedoch sei nur soviel gesagt, dass Krankheiten nicht nur zweitweise auftreten und diese Tatsache ist als wesentlicher Unterschied zu werten.

Noch einiges zu Intelligenztests, die noch immer dazu benützt werden, eine Legasthenie/LRS oder Dyskalkulie/Rechenschwäche festzustellen. Speziell legasthene/dyskalkule Menschen die differente Sinneswahrnehmungen haben, schneiden bei diesen Standardtestverfahren zumeist schlecht ab, weil die Testbatterien hauptsächlich anhand von Sinneswahrnehmungsleistungen den Intelligenzquotienten bestimmen. Tatsächlich sind aber differente Wahrnehmungen nicht das Produkt mangelnder Intelligenz, sondern lediglich darin bedingt, dass das Gehirn visuelle oder auditive Eindrücke anders verarbeitet. Nicht alle Testbegleiter, beziehen diese besonderen Umstände in die Testinterpretation mit ein, weshalb es zu Fehldiagnosen kommt, die unweigerlich schwerwiegende Folgen für die Betroffenen haben. Die Intelligenz darf man nie anhand von Schreib-, Lese- oder Rechenleistungen messen!

Lese-, Rechtschreibtests bringen verlässliche Ergebnisse, wenn Schreib-, Leseprobleme erworben worden sind, anders bei legasthenen Kindern. Diese bringen nicht ständig schlechte Leistungen, weil sie von der jeweiligen Verfassung des Kindes abhängig sind. So sind zumal verblüffend gut, alles hängt davon ab, wie es um die Aufmerksamkeit beim Schreiben oder Lesen steht. Ist diese gut, so werden sich kaum Fehler zeigen, ist diese schlecht, dann wird genau das Gegenteil der Fall sei. So passiert es tatsächlich, dass ein legasthene Kinder LRS-Tests fast fehlerfrei machen und werden gleichzeitig die über Wochen oder Monate geleisteten Ergebnisse nicht überprüft, Testbegleiter zu dem Fehlschluss kommen, dass die Kind keine Schreib- oder Leseprobleme hat.

 

Allgemeines zur AFS-Methode

 

Die AFS-Methode (Aufmerksamkeit-Attention, Funktionen-Function, Symtom-Symptom) ist ein pädagogisch-didaktischer Förderansatz für Menschen mit Legasthenie, Dyskalkulie oder anderen Schreib-, Lese- oder Rechenschwierigkeiten.

Die AFS-Methode wurde ausgehend von der Tatsache entwickelt, dass legasthene und dyskalkule Menschen eine andere Informationsverarbeitung aufweisen – die sich lediglich beim Erlernen des Schreibens, Lesens und Rechnens bemerkbar macht – und deshalb eine andere Lernfähigkeit haben. Das Ziel bei der Entwicklung dieser speziellen Methode, die Menschen mit Schreib-, Lese- oder Rechenproblemen eine individuelle Förderung ermöglichen soll, war es, pädagogisch-didaktisches Handeln besser zu beschreiben und planbar zu machen, um damit einen Beitrag zur Professionalisierung zu leisten.

Die Entwicklung der AFS-Methode erfolgte auch im Hinblick auf die immer größer werdende Diskrepanz zwischen der Wissenschaftsentwicklung mit einer zunehmenden Fülle an empirischen Forschungsergebnissen und immer neuen unbewältigten Praxisproblemen. Es ist erstrebenswert und von großer Bedeutung, zwischen der Wissenschaft und der Praxis einen Bezugspunkt zu schaffen. Wissenschaftliche Forschungsergebnisse sollen für die praktische Arbeit mit Betroffenen umgesetzt werden. Die AFS-Methode stellt einen neuen modernen Weg der pädagogischen Förderung bei Schreib-, Lese- oder Rechenproblemen dar!

In Studien, die im Rahmen pädagogischer Forschung durchgeführt worden sind, hat man herausgefunden, dass bei einem Teil der Menschen, die von Schreib-, Lese- oder Rechenproblemen betroffen sind, die alleinige vermehrte Förderung am Symptom, d.h. an den Fehlern, nur eine geringe oder gar keine Wirkung zeigt, also nicht erfolgreich ist. Besonders dann, wenn die Verursachung im biogenetischen Bereich liegt, wenn also eine Legasthenie und Dyskalkulie vorhanden ist, ist eine verstärkte Förderung alleine im Schreib-, Lese- und Rechenbereich in Form von Mehrübung nicht ausreichend. Die Beobachtung von Betroffenen und die daraus gezogenen Schlüsse haben maßgeblich zur Erkenntnis beigetragen, dass besonders drei Bereiche zu fördern sind. Deshalb verbindet die AFS-Methode spezielle Elemente, welche eine umfassende Förderung gewährleisten. Sie bietet Hilfestellungen in den Bereichen, welche legasthenen/dyskalkulen Menschen Probleme bereiten.

 

Umfassende Methode

 

Die AFS-Methode wird als eine umfassende bezeichnet, weil in allen Bereichen, in denen legasthene/dyskalkule Menschen Schwierigkeiten haben, eine gezielte individuelle Förderung erfolgt. Die AFS-Methode legt auch einen Schwerpunkt auf das multisensorische Lernen, das Lernen mit allen Sinnen. Das Training nach der AFS-Methode enthält drei Schwerpunkte, auf die sich die Fördermaßnahmen beziehen: Die Verbesserung der Aufmerksamkeit beim Schreiben, Lesen und Rechnen In der Aufmerksamkeitsfokussierung liegt ein wesentlicher Schwerpunkt der Förderung. Legasthene/dyskalkule Menschen haben Probleme, die Aufmerksamkeit gezielt auf Buchstaben und Zahlen zu lenken und dort zu halten. Dieser Umstand spielt also eine wesentliche Rolle, dass der Schreib-, Lese- oder Rechenerlernprozess nicht problemlos vonstatten geht.

Die Aufmerksamkeitsfokussierung bei der Schreib-, Lese- oder Rechentätigkeit ist aber eine Notwendigkeit, um das Schreiben, Lesen oder Rechnen zu erlernen. Mit der Verbesserung der Aufmerksamkeit bessert sich auch die mit einer zeitweiligen Unaufmerksamkeit beim Schreiben, Lesen und Rechnen einhergehende Unruhe, die manche Betroffenen zeigen. Die zweitweise Unaufmerksamkeit und Unruhe wird oftmals mit Krankheitsbildern wie Aufmerksamkeits- oder Konzentrationsstörungen und Hyperaktivität verwechselt, wobei aber übersehen wird, dass diese Menschen diese Symptome nur beim Schreiben, Lesen oder Rechnen aufweisen und nicht in anderen Situationen.

Die Verbesserung der Sinneswahrnehmungsleistungen, welche für ein erfolgreiches Erlernen des Schreibens, Lesens und Rechnens notwendig sind das Funktionieren der Sinneswahrnehmungen – dies ist in der Wissenschaft schon seit mehr als einem Jahrhundert, wie schon erwähnt, bekannt -, welche man für das Schreiben, Lesen und Rechnen benötigt, ist eine weitere Notwendigkeit, damit der Schreib-, Lese- und Rechenerlernprozess problemlos vonstatten geht. Das Funktionieren der Basissinne stellt einen wesentlichen Faktor beim Erlernen des Schreibens, Lesens und Rechnens dar. Ein gezieltes individuelles Training ist also auch in der Verbesserung der Sinneswahrnehmungsleistungen – besonders im optischen und im akustischen Sinneswahrnehmungsbereich inklusive der phonologischen Bewusstheit und in der Raumwahrnehmung – notwendig.

Mittels bildgebender Verfahren, entwickelt von den Neurowissenschaftern, wurde nachgewiesen, dass die Nutzung unterschiedlicher Sinne beim Lernen auch unterschiedliche Gehirnareale aktiviert und dass eine möglichst vielseitige Aktivierung einzelner Bereiche dazu beiträgt, Informationen besser zu speichern und sich wieder daran zu erinnern. Der Lerneffekt ist also besser, wenn die Sinne geschärft eingesetzt werden.

Die Verbesserung der Schreib-, Lese- und Rechenleistungen, also die Verbesserung auf der Symptomebene. Ein Gesamterfolg kann aber nur erzielt werden, wenn dem Training an der Symptomatik, also im Schreib-, Lese- oder Rechenbereich selbst, eine ausreichende Bedeutung beigemessen wird. Dabei ist darauf zu achten, dass auf die jeweiligen Bedürfnisse der Betroffenen Rücksicht genommen wird. Ein gezieltes und individuelles Training muss also auch in diesem Bereich erfolgen.

 

Offene Methode

 

Das Konzept der AFS-Methode beinhaltet, dass einerseits die Bereiche der Förderung, wie beschrieben, vorgegeben sind, andererseits trotzdem eine völlige Offenheit gegenüber anderen bewährten Ansätzen, welche Menschen mit Schreib-, Lese- oder Rechenproblemen helfen, besteht. So kann die AFS-Methode durch eine Vielzahl anderweitig für legasthene oder dyskalkule Menschen entwickelter und erprobter Methoden angereichert werden.

Jeder sinnvolle Ansatz, der zur Verbesserung einer der drei Teilbereiche führt, kann integriert werden. Die vorgeschriebenen Strukturen und die frei wählbaren Teile ermöglichen, dass in der Förderung völlig auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Betroffenen eingegangen werden kann. Alle Komponenten können so ineinander wirken und sich ergänzen, und damit wird die optimale Förderung garantiert.

 

Langzeitstudie über die Wirksamkeit der AFS-Methode

 

Die Daten und Fakten der Langzeitstudie, die zwischen den Jahren 2001 und 2006 mit 3370 Probanden durchgeführt worden ist, bestätigen die Wirksamkeit der Methode. 85% der Probanden verbesserten ihre Schreib-, Lese- und Rechenleistungen kontinuierlich im zweijährigen Beobachtungszeitraum und konnten somit die Anforderungen in der Schule erfüllen.

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