Die Relevanz der pädagogischen Forschung

Forschung

Die pädagogische Forschung sucht nicht nach Ursachen, sondern nach Lösungen für Schreib-, Lese- oder Rechenprobleme auf pädagogisch-didaktischer Ebene.

Von Pädagogen werden Sie keine Werke bezüglich Ursachenforschung finden. Es ist für die Problemlösung sehr wichtig, dass die pädagogische Forschung sich nach den Ursachen ausrichtet. Ein Beispiel dafür ist die Unterscheidung zwischen genetisch bedingten (Legasthenie) und psychisch oder physisch erworbenen (LRS) Schreib-, Lese- oder Rechenproblemen, weil die Interventionen angepasst, also unterschiedlich sein müssen.

Grundsätzlich sieht die pädagogische Ebene natürlich Schreib-, Lese- oder Rechenprobleme nicht als Störung, Krankheit oder Behinderung an. Tatsächlich ist den Problemen auch in überwiegender Anzahl der Fälle durch Interventionen auf pädagogisch-didaktischer Ebene ausreichend zu begegnen. Verbreitet ist jedoch die Definition durch die Gesundheitsberufe (ICD-10) als Krankheit, dadurch kommt der weit verbreitete Irrtum zustande, dass Schreib-, Lese- oder Rechenprobleme in Krankhaftem ihre Ursache haben. Ein weiterer Irrtum ist, dass die Probleme nur durch vorhandene Krankheiten auftreten. Jedoch ist es in den meisten Fällen umgekehrt: Durch die Überforderung, die nicht erkannte Problematik und auch die nicht erfolgte Förderung kommt es schließlich tatsächlich zu psychischen Erkrankungen bei den Betroffenen. Dann werden in vielen Fällen Psychologen und Ärzte konsultiert und schließlich wird auf die pädagogisch-didaktische Förderung, die in jedem Fall erfolgen muss, „vergessen“. Speziell diese Pathologisierung spielt hier für die Betroffenen eine zumeist fatale Rolle.

Dass die pädagogische Forschung eine wesentliche Rolle spielt, damit Betroffenen eine individuelle Förderung auf pädagogisch-didaktischer Ebene zuteil wird, ist offensichtlich. Es sollte ein Bestreben sein, diese wissenschaftlichen Errungenschaften weiter zu verbreiten, damit die betroffenen Menschen davon profitieren. Der Kleinkrieg, der mitunter von den verschiedenen Berufsgruppen wie Pädagogen, Psychologen, Ärzten etc. geführt wird, ist bedauerlich und wenig förderlich für das Fortkommen von betroffenen Kindern und deren Umfeld. Andererseits ist gerade die pädogogisch-didaktische Ebene jener Faktor, der Fortschritte bewirkt. Man sollte darauf vertrauen, dass neue Generationen kommen werden, welche die Wertigkeit der pädagogisch-didaktischen Intervention besser und unvoreingenommener erkennen und praktizieren werden, und dass es schließlich zu einer tatsächlichen Kooperation der Berufsgruppen kommen wird, ohne Angst um die Relevanz der eigenen Position. Profitieren werden davon die Betroffenen.

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