Bürgerinitiative – Schluss mit pathologisierendem Schubladdenken

In Österreich ist bedauerlicher Weise die Zuständigkeit gesetzlich nicht geregelt, wer vorerst dafür verantwortlich ist, wenn Kinder in der Schule nicht das Geforderte leisten. Viele Kinder die lediglich Schreib-, Lese- und Rechenprobleme haben, werden deshalb zuerst ins Krankenhaus oder zu Gesundheitsberufen geschickt, eine notwendige Förderung auf pädagogisch-didaktische Ebene bleibt oftmals aus. Um diesen unhaltbaren Zustand zu ändern, hat der Erste Österreichische Dachverband Legasthenie eine Bürgerinitiative ins Leben gerufen.
10 Jahre arbeiten diplomierte Legasthenietrainer nun schon in österreichischen Schulen und im außerschulischen Bereich und helfen Betroffenen, die Schreib-, Lese- und Rechenprobleme haben auf pädagogisch-didaktischer Ebene. Es ist höchste Zeit für eine Anerkennung der hervorragenden Qualitätsarbeit, welche diese speziell ausgebildeten Pädagogen inner- und außerschulisch für unsere Kinder leisten. Nicht nur, dass sie schon unzählige Male verhindert haben, dass Kinder psychisch auf der Strecke geblieben sind, weil sie rechtzeitig die Hilfe bekommen haben, die sie benötigen, bringen uns allen diplomierte Legasthenietrainer mit ihrer erfolgreichen Arbeit einen großen volkswirtschaftlichen Nutzen. Sie tragen auch zur Entlastung der Schulpsychologen bei, damit sie sich ausgiebiger den Kindern widmen können, die viel dringender ihre Hilfe benötigen.
• Schluss damit, Menschen, die beim Erlernen des Schreibens, Lesens, Rechnens alleine mit den herkömmlichen Angeboten nicht das Auslangen finden – 20% der Weltbevölkerung sind davon betroffen – als schwach, gestört, krank oder behindert zu bezeichnen.
• Schluss damit, dass Eltern, die auf der Suche nach einer geeigneten Hilfe für Ihr Kind sind, verunsichert und zum Spielball verschiedener Interventionsebenen gemacht werden.
• Schluss damit, dass Kinder, die nur Schreib-, Lese-, und Rechenprobleme haben, endlosen Testbatterien unterzogen werden und sogar ins Krankenhaus geschickt werden.
• Schluss damit, das Schreiben, Lesen und Rechnen durch Therapeuten therapieren zu wollen, denn das Schreiben, Lesen und Rechnen muss man erlernen.
• Schluss damit, unser Gesundheitssystem damit zu belasten und dafür verantwortlich zu machen, dass Schulkinder das Schreiben, Lesen und Rechnen erlernen.
Diplomierte Legasthenietrainer sind für die pädagogisch-didaktische Ebene der Förderung von Kindern zuständig, die Probleme beim Erlernen des Schreibens, Lesen und Rechnens haben. Diese pädagogisch-didaktischen Interventionen erfolgen unter Berücksichtigung der psychologisch-medizinischen Ebene, sollten psychische oder physische Zusatzprobleme vorhanden sein.
Machen wir bitte Schluss mit diesem pathologisierenden Schubladendenken, welches den betroffenen Kindern und ihren Eltern viel mehr Schaden als Nutzen bringt und besinnen wir uns doch darauf, dass Pädagogen schon viele viele Jahrhunderte ohne psychologische Unterstützung wertvolle Arbeit geleistet haben, weil es den Berufsstand des Psychologen noch gar nicht gegeben hat.